Gute Aussichten – Sehfehler und Korrektur

Der guten Sicht muss manchmal nachgeholfen werden

Das menschliche Auge ist ein beeindruckendes System, das Lichtstrahlen in Bilder umwandelt. Der Lichtstrahl, der von Objekten in der Umgebung reflektiert wird, fällt zunächst auf die Hornhaut, die außen von dem Epithel, einem klaren Deckgewebe, geschützt ist. Die Hornhaut ist für etwa 70% der Brechkraft oder Fokussierung des Auges zuständig.

Danach passiert der Strahl die Pupille, d.h. die zentrale Öffnung der Iris, und erreicht die Linse. Die Linse sorgt für die Feineinstellung der Schärfe, damit der Lichtstrahl gebündelt auf die Netzhaut trifft. Diese wandelt die optischen Reize in elektrische Impulse um und leitet die Information an den Sehnerv weiter. Von dort gelangen die Informationen ins Gehirn und werden in Bilder umgewandelt.

Wenn alles richtig läuft, bündeln Hornhaut und Linse die Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut. Ist diesem Fall sprechen wir von „normaler Sicht“ – Gegenstände in allen Entfernungen sind scharf zu erkennen.

Das Auge - eine Hochleistungskamera


Volle Sehkraft

Sehvermögen wird in der Fachwelt als „Visus“ gemessen. 100% Sehvermögen entspricht einem Visus von 1,0; ein Auge mit dieser Sehkraft kann in einem Abstand von fünf Metern Objekte von 1,5 mm Größe auflösen. Wer aus dieser Entfernung Gegenstände erst ab einer Größe von 3 mm erkennen kann, hat einen Visus von 0,5. Viele Menschen haben einen höheren Visus: bei jüngeren Menschen liegt der Visus üblicherweise im Bereich 1,0 bis 2,0. Im höheren Alter nimmt dieser ab und kann deutlich unter 1,0 liegen. 

Nicht jedem ist bewusst, dass ein besseres Sehen möglich ist. Tatsächlich haben schätzungsweise 70% der Erwachsenen in Deutschland einen Sehfehler, der nicht immer erkannt bzw. korrigiert wird. Hier passen Hornhautform und Augenlänge nicht zusammen. Man spricht von „refraktiven Fehlern“, d.h. sie entstehen bei der Brechung (Refraktion) des Lichts durch die Hornhaut. Eine klare Abbildung auf der Netzhaut des Auges findet nicht statt. 

Bei der Laserbehandlung, wie z.B. mit den technologisch führenden SCHWIND AMARIS Lasersystemen, wird die Form der Hornhaut modelliert, um die volle Sehkraft ohne Brille oder Kontaktlinsen zu ermöglichen.

Normalsichtiges Auge

Perfekte Sicht


Kurzsichtigkeit

Myopie bzw. Kurzsichtigkeit – so genannt, weil man nur auf kurze Entfernung scharf sieht – wird von einem zu langen Augapfel oder zu starker Hornhautkrümmung verursacht. Dadurch bündelt sich das einfallende Licht vor statt auf der Netzhaut.

Bei der Laserkorrektur wird die Krümmung der Hornhaut verringert. So verlagert sich der Brennpunkt der Lichtstrahlen auf die Netzhaut, wodurch gutes Sehen ohne Sehhilfe ermöglicht wird.

Kurzsichtiges Auge

Unscharfes Sehen in der Ferne


Weitsichtigkeit

Bei Hyperopie bzw. Weitsichtigkeit sieht man nur in der Ferne scharf, weil der Augapfel zu kurz oder die Hornhautkrümmung zu gering ist. Dadurch bündelt sich das einfallende Licht erst hinter der Netzhaut.

Bei der Laserkorrektur wird die Krümmung der Hornhaut verstärkt. Damit verlagert sich der Brennpunkt der Lichtstrahlen auf die Netzhaut, wie bei einer normalsichtigen Person.

Weitsichtiges Auge

Unscharfes Sehen in der Nähe


Alterssichtigkeit

Presbyopie bzw. Alterssichtigkeit entsteht, wenn die Augenlinse an Beweglichkeit verliert. Das Auge kann sich nicht mehr so gut auf unterschiedliche, insbesondere nahe Entfernungen einstellen, und die zu schwach gebündelten Lichtstrahlen erreichen die Netzhaut ohne ausreichende Schärfe. 

Bei der „PresbyMAX“ Behandlung mit SCHWIND AMARIS Lasern wird das Sehen in der Nähe wieder komfortabel für alterssichtige Menschen. Die Behandlung kann auch zusätzliche Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung beheben.

Alterssichtiges Auge

Unscharfes Sehen vor allem beim Lesen


Hornhautverkrümmung 

Bei der Hornhautverkrümmung – auch als Stabsichtigkeit oder Astigmatismus bekannt – sind Bilder unscharf, weil die Hornhaut verformt ist. Dadurch treffen die Lichtstrahlen nicht in einem Punkt gebündelt auf der Netzhaut auf, sondern werden auf zwei oder mehrere Punkte verteilt. Man sieht verzerrt und unscharf – ein Punkt erscheint beispielsweise als Strich.

Bei der Laserbehandlung wird diese Verformung der Hornhaut so ausgeglichen, dass die Lichtstrahlen in einem Brennpunkt auf die Netzhaut treffen.


Sehfehler höherer Ordnung (Aberrationen)

Sehfehler höherer Ordnung, sogenannte „Aberrationen“, sind individuell sehr verschieden. „Aberration“ kommt vom lateinischen „aberrare“, das übersetzt „abirren, sich verirren, abschweifen“ bedeutet. Aberrationen sind also, vereinfacht ausgedrückt, Abbildungsfehler, die durch verirrte Lichtstrahlen verursacht werden.

Die Ursache für Aberrationen befinden sich zu etwa 80% auf der Hornhautoberfläche, lediglich zu 20% in der Linse und dem Glaskörper. Bei den meisten Menschen sind diese Fehler so gering, dass sie die Sehschärfe nicht beeinträchtigen. Sehfehler höherer Ordnung machen sich vor allem in der Nacht und bei Dämmerung bemerkbar, wo das Licht weniger fokussiert auf die Netzhaut fällt. Die Sehqualität kann sich hier deutlich verschlechtern und/oder man hat ein höheres Blendungsempfinden.

Diese Sehfehler können oft durch eine wellenfrontgeführte Behandlung mit Laserchirurgie behandelt werden. Dafür müssen sie exakt lokalisiert werden. SCHWIND bietet Diagnosesysteme an, die hoch präzise Daten liefern und individuell exakt angepasste Behandlungen ermöglichen.
 

Abbildungsfehler höherer Ordnung

Verzerrungen, Schatten und Lichthöfe in allen Entfernungen